Matti und mehr – Eberhard Apffelstaedt und seine Finnbücher

René (Finntouch) und Eberhard Apffelstaedt

Es gibt eine ganze Reihe deutscher Autoren, die uns in ihren Büchern mit kurzweiligen und bisweilen kuriosen Geschichten rund um Finnland und die Finnen zum Schmunzeln bringen. Einer, der sich besonders intensiv mit Skurrilem aus Suomi befasst, ist Eberhard Apffelstaedt. Drei „Finnbücher“, wie er seine Werke selbst bezeichnet, hat der nordwestlich von Frankfurt am Main wohnhafte Fachjournalist und Autor bislang veröffentlicht. Ein viertes wird bereits in Kürze erscheinen. Grund genug also, um sich mit Eberhard, der sich auch in der hessischen DFG (Deutsch-Finnische Gesellschaft) stark engagiert, einmal ausführlicher über seine Bücher und die gemeinsame Finnlandbegeisterung zu unterhalten.

Mehr als nur ein Autor: Eberhard Apffelstaedt

An einem schönen Dienstagabend stattete uns Eberhard in unserer Wohnung einen Besuch ab – nicht ohne ein finnisch angehauchtes Präsent dabei zu haben. Sehr aufmerksam! In gemütlicher Atmosphäre kamen wir schnell ins Plaudern und stellten dabei die eine oder andere Gemeinsamkeit fest. Vor allem aber wird Dich natürlich interessieren, warum der Autor so „finnfiziert“ ist, was es mit seinen Romanfiguren wie etwa dem legendären Hauptprotagonisten Matti auf sich hat und wie es mit der Buchreihe weitergeht. Auch über Eberhards weitere literarische Projekte haben wir gesprochen…

Woher kam eigentlich die Finnlandbegeisterung?

Doch woher rührt eigentlich die Finnlandbegeisterung von Eberhard Apffelstaedt? Schließlich umweht Suomi ja nun bis heute ein gewisser Hauch der Exotik. „Mein sechs Jahre älterer Bruder ist auch mit einer Finnin verheiratet – bildhübsch, blond… Und dann habe ich damals gedacht, jetzt muss für mich auch eine Finnin her!“, gibt Eberhard unumwunden zu. So reiste der junge Mann 1967 tatsächlich erstmals nach Finnland und stellte fest, dass es dort doch einige ansehnliche Damen gibt. Leider waren diese alle schon in festen Händen. Es ging also unverrichteter Dinge wieder zurück nach Deutschland.

Doch aufgeben kam nicht in Frage! Eberhard schaltete eine Anzeige in einer finnischen Frauenzeitschrift: „Deutscher Student sucht finnische Freundin“ – die Resonanz ließ nicht auf sich warten. „Der Briefträger musste die ganze Post damals zu mir nach oben tragen, weil sie nicht mehr in den Briefkasten passten“, lacht der Hesse. „Ich bekam über 200 Briefe. Und ich habe alle beantwortet!“ Nach einigen mehr oder weniger netten Dates stand ein Gastspiel des finnischen Künstlers M.A. Numminen in Frankfurt an. Und siehe da, dort kam es zur ersten Begegnung mit seiner späteren Ehefrau, mit der Eberhard Apffelstaedt nun bereits weit über 40 Jahre lang verheiratet ist. Der erste Kontakt mit Finnland war also da – und wie es so oft ist: Das Land lässt einen nicht mehr los.

Spannung und Amüsement: die Finnbücher-Trilogie

Jahre nach dem Erstkontakt hatte Eberhard so viele Erfahrungen und Erlebnisse gesammelt, dass es nahe lag, diese in Form eines Buches zu Papier zu bringen. Mit „Finnen? Finnen“ erschien sein erstes und bis heute erfolgreichstes „Finnbuch“, in dem der Autor Dich auf eine kurzweilige Reise in den hohen Norden mitnimmt. Neben dem Erzähler steht dessen finnischer Freund Matti stets im Mittelpunkt des Geschehens – ein leicht verschrobener und extravaganter, aber dennoch ebenso liebenswürdiger Charakter.

Mit Matti wird es nie langweilig – was sich auch in den Folgebänden „Mehr Finnen? Mehr Finnen!“ und „Kuckuck! ruft der Elch“, Eberhards persönlichem Favoriten, zeigt. Im letztgenannten Werk finden die Abenteuer jedoch nicht in Suomi statt, sondern Matti und seine Frau kommen nach Deutschland zu Besuch. Wenn ein finnisches Unikum auf deutsche Urgesteine trifft, kann es nur bei zahlreichen Begegnungen zu amüsanten, ja verrückten Situationen kommen …

„Über Matti kann ich gar nicht so viel sagen“, schmunzelt Eberhard. „Ich werde immer wieder gefragt: Gibt‘s den wirklich? Oder gibt‘s den nicht? Da kann ich nur antworten: Wer weiß, wer weiß …?!“ Egal, ob die Romanfigur nun also einer ganz realen Vorlage entspringt oder einfach nur der Fantasie von Eberhard Apffelstaedt – die drei Finnbücher sind eine unterhaltsame und erheiternde Lektüre für alle, die Finnland lieben oder lieben lernen möchten. Und so ganz nebenbei bekommst Du als Leser auch noch einige ganz konkrete Tipps und Anregungen für Deinen nächsten Urlaub und sogar die eine oder andere nützliche Vokabel mit auf den Weg.

Die Bücher des Autors

Die bislang erschienenen Finnbücher von Eberhard Apffelstaedt

Saunaerlebnisse, die man nie mehr vergisst

Auch rund um die Sauna gibt es in den Finnbüchern natürlich lustige Geschichten, die an dieser Stelle nicht verraten werden sollen. Doch wie hält es der Autor eigentlich persönlich mit dem Schwitzen? „Ich hatte mal ein Saunaerlebnis, das ich nie wieder vergessen werde. Im Haus von finnischen Bekannten ragte die Sauna ungelogen so halb ins Wohnzimmer hinein. Der Gastgeber heizte dann ordentlich auf, bis auf 130 Grad. Ich blieb solange standhaft, bis er selbst fluchend die Sauna verließ. Kurz darauf sah allerdings auch ich zu, dass ich da raus kam“, lacht Eberhard.

„Heutzutage lasse ich es generell gemächlicher angehen. 80 Grad in der Sauna reichen mir vollkommen“, führt er weiter aus. Obwohl seine Frau und er hier in Deutschland eine eigene Sauna im Haus haben, nutzen sie diese gar nicht so häufig. „Vielleicht verliert es ein bisschen den Reiz im Laufe der Zeit? Ich weiß es nicht“, überlegt der Autor. „In Finnland hat die Sauna jedenfalls zweifellos einen ganz anderen Stellenwert.“

Ein Autor als kritischer Mahner

Eberhard Apffelstaedt sieht sich jedoch nicht nur als großen Finnlandfreund, der das Land, die Natur und die Menschen sehr zu schätzen weiß. Bisweilen begibt er sich gerne auch mal in die Rolle des kritischen Mahners. „Es ist eben auch in Finnland nicht alles Gold, was glänzt. Vor allem der sogenannte technische Fortschritt sorgt dafür, dass gerade die Älteren nicht mehr mitkommen. Sie werden schlichtweg vergessen! Insbesondere auf dem Land ist die Entwicklung besorgniserregend. Im Heimatort meiner Frau etwa gibt es heute keine Bank mehr, nur noch einen Geldautomaten. Das bedeutet: Du musst Internetbanking nutzen. Wie sollen die alten Leute das schaffen? Ich finde das nicht in Ordnung!“, gibt Eberhard zu bedenken.

René von FinnTouch und Autor Eberhard Apffelstaedt im Gespräch

René (FinnTouch) und der Autor beim Gespräch

Nicht nur literarische Werke über die Finnen…

Die Leidenschaft für das Schreiben begleitet Eberhard Apffelstaedt schon länger. So hat er unter anderem Fachliteratur in Form von E-Books verfasst, aber auch eher ernste Romane unter dem Pseudonym Paul S. Norman. „Das seltene Glück des Curt Ehrenberg“ heißt die Trilogie, in der es um einen genialen Pianisten geht, der in der Nazizeit in Berlin geboren wird. Sein Vater hat dort eine Schuhcremefabrik und die Mutter, eine bekannte Sopranistin, geht mit Goebbels eine Liaison ein – dann überschlagen sich die Ereignisse, die im dritten Band in der Nachkriegszeit bis nach Argentinien führen. „Da habe ich fünf Jahre dran gearbeitet und recherchiert“, gibt Eberhard zu Protokoll.

„Schon als junger Mensch habe ich mich schreiberisch betätigt. Es ging los mit der Schülerzeitung, während des Studiums arbeitete ich bei einer Frankfurter Werbeagentur und einem Verlag als freier Mitarbeiter. Das Schreiben hat mich wirklich durch das Leben begleitet.“ Diese Begabung blieb auch Eberhards angeheirateter finnischer Verwandtschaft nicht verborgen, die ihn schließlich dazu ermunterte, seine im hohen Norden erlebten Geschichten aufzuschreiben. Damit gaben sie den Startschuss für die Finnbücher.

Wie lange schreibt man eigentlich an einem Buch?

Selbstverständlich wollen wir von Eberhard auch wissen, wie lange man eigentlich an so einem Buch schreibt. „Das ist unterschiedlich, aber ein halbes Jahr würde ich mal sagen“, führt der Autor aus. „Manchmal geht es richtig schnell. Beim letzten Buch schrieb ich etwa ein Kapitel mit zwölf Seiten in drei Tagen. Ein andermal dauert es deutlich länger.“

Auch Schreibblockaden sind Eberhard Apffelstaedt nicht unbekannt. Insofern ist er froh, dass er die Bücher mehr oder weniger „aus Spaß an der Freude“ schreibt und nicht darauf angewiesen ist, damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Einen Masterplan hat der Schreiber bei seinen Finnbüchern nie vorher im Kopf, wohl aber ein Grundkonzept. „Vieles ergibt sich im Laufe des Schreibens und mir kommen dabei immer wieder neue Ideen, die ich dann entsprechend umsetze.“ Unterstützung in Form von Anregungen und Hilfestellung in Bezug auf finnische Begriffe bekommt der Autor dabei von seiner Ehefrau.

Das vierte Finnbuch steht vor der Tür

Wenn Du bereits die ersten drei Finnbücher von Eberhard Apffelstaedt verschlungen hast, haben wir eine gute Nachricht für Dich: Schon in wenigen Wochen steht der vierte Band vor der Tür. Darin reist die leicht verschrobene Familie Machtniks erstmals nach Finnland und trifft dort mit dem einzigartigen Matti zusammen. „Natürlich bin ich selbst von meinem neuesten Werk aktuell am meisten begeistert!“, berichtet Eberhard voller sichtlicher Vorfreude auf die nahende Veröffentlichung.

Nicht nur Familienvater Jens Machtniks mit seiner aufkeimenden Finnlandbegeisterung und seinen leicht wirren Macken steht im Mittelpunkt des Romans, sondern natürlich tritt neben Matti auch der Erzähler höchstpersönlich in Erscheinung. Beide holen die deutsche Familie in Helsinki-Vuosaari am Hafen ab. Wie chaotisch das wohl enden wird? Schon bald wissen wir mehr. Das neue Finnbuch soll nicht nur als gedrucktes Buch, sondern auch als E-Book erscheinen.

Mehr über Eberhard Apffelstaedt, seine literarischen Werke und auch seine Autorenlesungen findest Du auf seiner Website www.finnbuch.de und unter www.ehrenberg-roman.de. Alle drei bisher erschienenen Finnbücher warten in unserem FINN Shop auf Dich!

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