Exportschlager finnische Bands – meine 10 Lieblingssongs

Finnische Bands - Tarja Turunen live

Finnland ist eine wahre Musikhochburg, vor allem im Rock- und Metalbereich. So hat sich ein regelrechter Musik-Tourismus entwickelt, der – meist junge, weibliche – Menschen in den hohen Norden führt. Es werden Reisepakete samt Flug und Übernachtung zu Konzerten und Festivals angeboten, bei denen finnische Bands auftreten. Viele Fans stimmen ihren Finnlandurlaub gerne mit dem Besuch des einen oder anderen Gigs ab. Auch mich hat es erwischt, damals dank „Join me“ von HIM. So reise ich nun schon seit mehr als 17 Jahren jährlich nach Suomi.

Finnische Songs als Spiegel der finnischen Natur und Seele

Mit der Zeit habe ich viele finnische Bands lieb gewonnen und unzählige Konzerte besucht. Nun gilt es, zurückzublicken. Ich habe Dir zehn Songs herausgesucht, die für mich eine besondere Bedeutung haben. Mit manchen verbinde ich Erinnerungen, andere bereiten mir Gänsehaut, da sie voller Kraft und Ausdruck der finnischen Natur und Seele sind. Geh‘ mit mir auf eine Zeitreise durch 18 Jahre finnische Musik. Ich habe übrigens pro Band nur einen Song gewählt, ansonsten hätten sich den Thron nur Jyrki, Samu und Ville geteilt.

1. Black Winter Day, Amorphis

Das ganze Album “Tales from the Thousand Lakes”, mittlerweile unglaubliche 24 Jahre alt, ist für mich wie eine Finnland-Hymne. Beim Hören sehe ich die Seenlandschaften und Wälder vor mir und kann die Kraft der Natur förmlich spüren. Amorphis ist wirklich eine finnische Band, die es versteht, vielschichtige, tief greifende Songs zu schreiben. „Black Winter Day“ ist der Klassiker des Albums und wie alle Songs mit Kalevala-Texten bestückt.

Amorphis live beim Myötätuuli Festival 2006

Ich habe Amorphis u.a. 2006 beim Myötätuuli Festival in Hakunila gesehen.

2. Lake Bodom, Children of Bodom

Children of Bodom sind nicht nur Musiker, sie sind wahre Künstler und Meister ihres Faches. Ich habe noch nie zuvor solch anspruchsvolle Gitarrenriffs oder Keyboardläufe gehört. Die finnische Band besteht schon seit Jahrzehnten, und so stammt mein Lieblingssong vom 1997 veröffentlichten Debütalbum „Something Wild“. Man kann fast schon von Kompositionen sprechen, um die Werke von Alexi Laiho und seinen Jungs in Worte zu fassen.

Eintrittskarte für Children of Bodom im Tavastia Club Helsinki

Ich werde nie vergessen, wie ich im Tavastia in Helsinki zwischen Kindern stand. Eins der seltenen Konzerte ohne Altersbeschränkung.

3. Don’t Fear The Reaper, HIM

HIM galt, wie Du weißt, lange Zeit als DIE finnische Band! Sie hat mich sehr geprägt und überhaupt erst dafür gesorgt, dass ich so finnfiziert wurde, wie ich es heute noch bin. Das Album “Greatest Lovesongs Vol. 666” war 1998 ihr Debüt. “Don’t Fear The Reaper” ist zwar ein Cover der US-amerikanischen Band Blue Oyster Cult aus dem Jahre 1976, für mich aber ein “urHIMiger” Song, der mich zur Jahrtausendwende zurückträumen lässt.

HIM Autogramm

Bei einigen meiner HIM Konzerte konnte ich Autogramme abgreifen.

4. Bless The Child, Nightwish

Ich gehöre zu den Fans, für die die finnische Band Nightwish mit dem Weggang von Tarja aufgehört hat zu existieren. Vielleicht siehst Du es anders, aber für mich waren ihre Stimme und Tuomas‘ Kompositionen untrennbar. 2002 veröffentlichten sie das Album “Century Child”, mit gewohnt bombastischen Werken. „Bless The Child“ lässt mich heute noch erschaudern, vor Ehrfurcht vor der Schönheit des Songs und dem Land, das ich beim Hören wie ein Vogel überfliege.

Tanja mit Tarja Turunen, damals Nightwish

2008 habe ich mich nach ihrem Konzert im Kölner E-Werk ein bisschen mit Tarja unterhalten.

5. Love Infernal, Poisonblack

Die finnische Band Poisonblack wurde vom damaligen Sentenced-Frontmann Ville Laihiala gegründet. 2003 erschien das Debütalbum “Escapexstacy”. Hier singt zwar noch Juha-Pekka Leppäluoto von Charon, allerdings klingt auch schon die „Sentencedsche“ Power heraus. Ich empfehle Dir die eingängige Melodie von „Love Infernal“. Schade, dass die Band 2015 ihr Ende bekannt gab.

Tanja und Ville von Poisonblack

2010 traf ich Ville Laihiala nach dem Poisonblack-Gig im Frankfurter Nachtleben.

6. Lai Lai Hei, Ensiferum

“There’s a place in the North, far far away. Home for the wandering man, dreaming fells with skies so pale.” Für mich dienen die Zeilen von “Lai Lai Hei” als Liebesbrief an Finnland. Der Song ist auf dem 2004 erschienenen Album „Iron“ von Ensiferum zu finden. Die finnische Band befasst sich in ihren Texten mit der nordischen Mythologie. Die kraftvollen Viking-Metal-Klänge gehen Dir nicht mehr aus dem Kopf: „Lai lai hei!“

Ensiferum live im Nosturi Helsinki

Ensiferum habe ich mir 2008 im Helsinkier Kultschuppen Nosturi angeschaut.

7. Ever-Frost, Sentenced

Der Song vom 2005 erschienenen Album mit dem Titel “The Funeral Album” steht bildlich für das Ende von Sentenced. Beim Betrachten des Videos erhältst Du den Eindruck, die finnische Band trage sich selbst zu Grabe. Umso gruseliger, dass bei der Veröffentlichung noch gar nicht die Rede davon war. Eine weise Vorschau etwa? Ich habe Ville Laihiala immer gerne zugehört, auch wenn Du nach einer gewissen Zeit mal wieder zu einem etwas positiveren Sound switchen solltest…

Sentenced

Der Frontmann Ville Laihiala 2009 im Nosturi

8. Trollhammaren, Finntroll

Die finnische Band Finntroll steht für eine unverwechselbare Kombination aus Metal und traditionellen Instrumenten. Im 2008 erschienenen Song „Trollhammaren“ ist zum Beispiel ein Akkordeon zu hören. Auf dem dazugehörigen Album „Nattfödd“ klingt auch der Humppa, eine finnische Version des Foxtrotts, prägnant heraus. Wenn Du das Album hörst, siehst Du die Trolle und andere Wesen sicherlich auch durch die finnische Wildnis wüten. Wenn es um finnische Bands geht, ist Finntroll also wirklich etwas Außergewöhnliches!

Finnischer Wald

Wenn man Finntroll hört, denkt man an tiefe finnische Wälder und klare Gewässer.

9. 6-0, Sunrise Avenue

Zu Sunrise Avenue muss ich Dir vermutlich kaum noch etwas erzählen. Wer finnische Bands mag, kommt an ihnen einfach nicht vorbei. Samu und seine Jungs feiern in Deutschland nach wie vor riesige Erfolge und füllen die größten Venues. Mein Lieblingssong der sympathischen Band stammt aus dem 2009 veröffentlichten Album “Popgasm”. Welche Frau möchte sich da nicht vorstellen, dass die Zeilen nur an sie gerichtet sind? Und eigentlich ist es ja auch egal, was Samu sagt oder singt, Hauptsache, er tut es.

Sunrise Avenue Autogrammstunde in Helsinki

2009 erwischte ich Sunrise Avenue bei einer Autogrammstunde in Helsinki.

10. Borderline, The 69 Eyes

Die 69 Eyes und ich, ja, das ist eine große Liebe. Auch, wenn unsere Hochzeiten eher in den frühen Jahren des neuen Jahrtausends lagen, bin ich ihnen immer noch treu ergeben. Jyrkis Stimme sucht nach wie vor seinesgleichen, und wird vermutlich nie fündig. Sie ist so tiefgehend und warm, dass sie für sich steht. 2012 erschien auf dem Album “X” der Song „Borderline“. Und schon träumst Du Dich in entfernte Welten, getragen von den Worten des One-and-onlys. Der gute Mann wird dieses Jahr übrigens erschreckende 50 Jahre alt!

Jyrki (The 69 Eyes) und Tanja

Diesem Mann bin ich zu vielen Orten gefolgt – u.a.2004 in die Pariser Kata Bar.

Haben es Dir finnische Bands auch so angetan? Welche Gruppen hörst Du am liebsten, und welche sind Deine Lieblingssongs? Verrate es uns im Kommentarfeld weiter unten.

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10 Comments

  1. 1

    1. Wanderer – Ensiferum
    2. Lempo – korpiklaani
    3. Frozen angel – norther
    4. Black Winter day – Amorphis
    5. Sons of winter and stars – wintersun
    6. Gale of winter – wolfheart
    7. Angels don’t kill – children of bodom
    8. Huuto – Moonsorrow
    9. Varangian guard – turisas
    10.minä olen -kotiteollisuus
    Das sind derzeit die am meisten gehörten Songs in meiner Playlist <3 es fehlen hier natürlich ganz essentielle Bands wie Insomnium, whispered, omnium gatherum, Finntroll, teräsbetoni, nightwish und auch noch ganz wichtig hevisaurus!

    • 2

      Hi Brina,

      coole Liste! Irgendwas wird natürlich immer fehlen bei solchen Listen – dafür gibt es einfach viiiiiel zu viel tolle Musik aus Suomi und überhaupt! 🙂

      LG,
      René

  2. 3

    1. Nightwish immer noch
    2. Tanja aufgrund der Stimme
    3. Auri, mystisch schön
    4. Sonata Arctica
    Und so weiter. Und sofort, Thomas Holopainen nach wie vor für mich der Beste.
    Sunrise Avenue mag ich auch, aber ist leichte Kost, aber o.k.

    • 4

      Hallo Monika,

      vielen Dank für Dein Feedback! Ab und an darf es auch mal leichte Kost sein 🙂

      LG,
      René

  3. 5
    • 6
  4. 7

    Apulanta, Poets of the Fall, Disco Ensemble, Yö, Negative fand ich auch immer gut, Kotiteollisuus, Timo Rautiainen und was trotz allem für mich dazu gehört : Eläkeläiset 😁

  5. 9
    • 10

      Hi Marisa,

      vielen Dank für Dein Feedback, eine schöne Zusammenstellung! Tatsächlich fand ich Sunrise Avenue live eigentlich ziemlich gut. Aber Geschmäcker sind natürlich verschieden 🙂

      LG,
      René

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