Entspannt auf dem Seeweg: Mit Finnlines von Travemünde nach Finnland

Viele Wege führen nach Finnland. Die schnellste Variante ist zweifellos das Flugzeug. Doch es kann auch seinen Reiz haben, etwas anderes auszuprobieren. Warum nicht mal das Schiff nehmen und Helsinki auf dem Seeweg ansteuern? Wenn Du mit Finnlines nach Finnland fährst, beginnt Dein Urlaub bereits am Skandinavienkai in Lübeck-Travemünde. Denn die etwa 30 Stunden lange Seereise über die Ostsee lässt sich an Bord der komfortablen Ozeanriesen schon zur Erholung nutzen. Gerne haben wir die Einladung von Finnlines, diese Fährverbindung zu testen, angenommen.

Zuverlässig seit 70 Jahren

Es ist ein lustiger Zufall, dass die Reederei Finnlines, die seit 2006 Teil der Grimaldi Group ist, ausgerechnet im Jahr 2017 ihr 70-Jähriges Bestehen feiert. Im gleichen Jahr also, in dem auch der Staat Finnland seine 100-Jährige Unabhängigkeit bejubelt. Die Schiffe von Finnlines sind somit schon seit vielen Jahrzehnten eine wichtige Verbindung des jungen Landes mit Mitteleuropa gewesen. Einst war der legendäre, inzwischen leider verschrottete „Finnjet“ die Attraktion der Reederei. Nur 22 Stunden benötigte dieses Gasturbinenschiff nach Helsinki. Und war – im zarten Alter von wenigen Monaten – tatsächlich mein erster und bislang einziger Berührungspunkt mit Finnlines. Umso spannender war es, nach all den Jahren wieder an Bord zu kommen. Und das diesmal ganz bewusst.

Nächtlicher Blick auf das Frachtdeck der Finnmaid im Hafen von Travemünde.

Nächtlicher Blick auf das Frachtdeck der Finnmaid im Hafen von Travemünde.

Sechs Mal wöchentlich Travemünde – Helsinki

Ganze sechs Mal wöchentlich legen die kombinierten Fracht- und Passagierfähren in Travemünde ab und steuern über die Ostsee die finnische Hauptstadt Helsinki an. Es ist die derzeit einzige direkte Schiffsverbindung für Passagiere zwischen Deutschland und Finnland. Rechtzeitig zum Jubiläum wurden die auf dieser Route verkehrenden Schiffe der sogenannten „Star-Klasse“ generalüberholt. Unter anderem wurde ein nagelneuer Kinderspielraum mit einem bunten Bällebad und Meerblick geschaffen, das Angebot im Shop wurde erweitert und die gesamte Einrichtung auf Deck 11, auf dem sich fast das gesamte Leben an Bord abspielt, erhielt einen einheitlichen, typisch skandinavischen Look. Die Voraussetzungen für eine gelungene Seereise schienen also schon mal gegeben.

Wellen, Wolken und ganz viel Ruhe: So entspannt reist es sich mit Finnlines nach Helsinki.

Wellen, Wolken und ganz viel Ruhe: So entspannt reist es sich mit Finnlines nach Helsinki.

Mit dem Kleinbus bis in den Bauch den Schiffes

Vom unweit des Lübecker Hauptbahnhofs gelegenen Zentralen Omnibus Bahnhof (ZOB) bringt Dich die Buslinie 30 oder 40 ganz bequem bis vor das Hafenhaus in Travemünde, wo der Check In von Finnlines stattfindet. Für die Fahrt sollten maximal etwa 40 Minuten eingeplant werden. Da wir schon sehr frühzeitig am Hafen ankamen, machten wir es uns auf den zahlreich vorhandenen Sitzplätzen im Untergeschoss des modernen Gebäudes gemütlich.

Einige Stunden später kam schließlich unser „Abholservice“. Mit einem Kleinbus wurden wir, gemeinsam mit den wenigen anderen Passagieren ohne eigenes Fahrzeug, vom Hafengebäude bis direkt in den Bauch des Schiffes gefahren. Eine lustige Erfahrung, die wir so auch noch nie gemacht hatten! An Bord erfolgte die Begrüßung durch den Purser und dann machten wir uns mit unserem ganzen Gepäck erstmal auf den Weg zu unserer Kabine.

Viel Platz zum Relaxen: Unsere Außenkabine mit Doppelbett.

Viel Platz zum Relaxen: Unsere Außenkabine mit Doppelbett.

Blick ins Bad.

Blick ins Bad.

Auch Hannu-Pekka genoss die Überfahrt.

Auch Hannu-Pekka genoss die Überfahrt.

Unsere Kabine auf der MS Finnmaid

Unser Zuhause für die nächsten anderthalb Tage sollte eine „Star-Klasse A4“-Außenkabine auf Deck 8 sein. Mit einem komfortablen Doppelbett, einem Kühlschrank und TV glich diese Kabine mehr einem hochwertigen Hotelzimmer und machte einen sehr gemütlichen Eindruck. Aus dem großen Fenster würden wir während der Überfahrt bestimmt tolle Ausblicke erhaschen können und da es auch einen Schreibtisch gab, konnte ich hier sogar etwas arbeiten. Auch das Bad mit Dusche und WC machte einen gepflegten Eindruck und war groß genug, um sich hier ohne Platzangst bewegen zu können. Hier sollten wir uns auf jeden Fall wohlfühlen können! Da es schon spät war und wir einen langen Tag hinter uns hatten, fielen wir schon sehr bald in einen tiefen, erholsamen Schlaf.

Platz zum Entspannen mit Meerblick: Das Star Café.

Platz zum Entspannen mit Meerblick: Die Vista Lounge.

Schlemmen am Buffet und Erkundung des Schiffes

Der nächste Morgen begann mit einem ausgiebigen Brunch im Restaurantbereich auf Deck 11. Da wir das komplette Mahlzeitenpaket gestellt bekommen hatten, konnten wir uns zu allen Essenszeiten hier so richtig austoben. Ein wirklich vielfältiges Buffet bot allerlei kalte und warme Speisen für jeden Geschmack. Im eleganten Ambiente des Buffetrestaurants Mare Balticum machte das Schlemmen richtig Spaß und bei dreieinhalb Stunden Zeit zum brunchen musste hier nicht gehetzt werden. Nachdem wir satt waren und uns kurz ausgeruht hatten, nahmen wir die MS Finnmaid nun endlich noch ein bisschen genauer unter die Lupe.

Das Buffet im Restaurant "Mare Balticum".

Das Buffet im Restaurant „Mare Balticum“.

Sehr angenehm fanden wir, dass hier alles sehr übersichtlich ist. Wo sich an Bord größerer, reiner Passierfähren diverse Unterhaltungsangebote über mehrere Decks erstrecken und es oft etwas unübersichtlich wird, wurde sich hier auf das Wesentliche konzentriert. Alle öffentlichen Bereiche und Services – außer der auf Deck 7 befindlichen Rezeption – sind auf Deck 11. So konnten wir uns sehr schnell einen kompletten Überblick verschaffen.

Neben dem Buffetrestaurant fanden wir auch das Star Café mit seinem frischen Anstrich in Blauweiß und Schwarz sowie das im italienischen Design gehaltene Bar & Bistro Navigare überaus ansprechend gestaltet. Mit der Vista Lounge wurde von Finnlines ein gemütlicher Aufenthaltsbereich mit Meerblick geschaffen, eine Art „Wohnzimmer“ auf hoher See. Hier ließen wir es uns nicht nehmen, am Abend bei einem kühlen Getränk ein paar Runden Kniffel zu spielen.

Lädt zu Drinks im gemütlichen Ambiente ein: Das Bar & Bistro Navigare.

Lädt zu Drinks im gemütlichen Ambiente ein: Das Bar & Bistro Navigare.

Doch zunächst galt es, die Erkundungstour fortzusetzen. Wir inspizierten das bereits erwähnte Kinderspielzimmer, das für jeden kleinen Gast an Bord sicherlich ein ganz besonderer Ort sein dürfte. Für die etwas älteren Kids wurde sogar eine spezielle Teenager Lounge eingerichtet. Erfreulich vielseitig stellte sich das Angebot im Sailor’s Shop dar. Von Souvenirs über Süßwaren und Spielzeug bis hin zu diversen (nordischen) Spirituosen reicht hier die Auswahl. Wenn Du es also in Finnland versäumt haben solltest, Deinen Lieben etwas mitzubringen, kannst Du dies zur Not sogar noch während der Rückreise mit Finnlines nachholen.

Maritimes Flair versprüht das Star Café mit direktem Zugang zum Außendeck.

Maritimes Flair versprüht das Star Café mit direktem Zugang zum Außendeck.

Shoppingparadies an Bord: Der Sailor's Shop.

Shoppingparadies an Bord: Der Sailor’s Shop.

In der Kinderspielecke mit Bällen und Fensterfront zur See fühlen sich die kleinen Gäste wohl.

In der Kinderspielecke mit Bällen und Fensterfront zur See fühlen sich die kleinen Gäste wohl.

Saunavergnügen, Fitness und Massage

Während ich es mir anschließend mit einem „Lonkero“ auf dem Terrazzo-Außendeck gemütlich machte und – dank des Windschutzes – trotz der winterlichen Temperaturen in angenehm entspannter Atmosphäre auf die Wellen blickte, testete Caro schon mal die Sauna an Bord. In dieser herrscht nämlich, ganz nach finnischer Tradition, Geschlechtertrennung. Als sie sich später im Massagebereich eine wohltuende Behandlung gönnte, machte auch ich mich auf den Weg in die Sauna. Mit Wassereimer und echt finnischem „Löyly“-Löffel ausgestattet, kann hier jeder ordentlich „Stoff geben“. Und nach einer abkühlenden Dusche darf im Whirlpool relaxt werden. Das ließ ich mir selbstverständlich auch nicht nehmen, bevor es anschließend zum Abendessen ging.

Darf an Bord eines finnischen Schiffes nicht fehlen: Die Sauna mit Whirlpool.

Darf an Bord eines finnischen Schiffes nicht fehlen: Die Sauna mit Whirlpool.

Trainieren mit Aussicht im Fitnessraum der Finnmaid.

Trainieren mit Aussicht im Fitnessraum der Finnmaid.

Auch hier war die Auswahl nicht minder breit gefächert. Sogar die Möglichkeit, sich selbstständig Bier, Weiß- oder Rotwein zu zapfen, war hier gegeben. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, eine Runde karelische Piroggen, unsere liebste finnische Spezialität, zu futtern. Nach dem Essen schlenderten wir nochmal über das Deck und warfen auch einen Blick in den Fitnessraum, in dem Du an diversen Gerätschaften gratis trainieren kannst. Mit Blick auf das Meer eine durchaus verlockende Vorstellung. Doch mit vollem Bauch machten wir es uns dann doch lieber noch etwas in der Vista Lounge gemütlich und verbrachten hier einen schönen zweisamen Abend.

Lecker speisen im Buffetrestaurant "Mare Balticum".

Lecker speisen im Buffetrestaurant „Mare Balticum“.

Zugreifen ist ausdrücklich erwünscht am Buffet der Finnmaid.

Zugreifen ist ausdrücklich erwünscht am Buffet der Finnmaid.

Guten Appetit!

Guten Appetit!

Eine extra Weinkarte gibt es auch...

Eine extra Weinkarte gibt es auch…

Ankunft in Helsinki – sind wir wirklich schon da?

Der eine Seetag war im Endeffekt wie im Flug vergangen, ohne dass wir uns gestresst gefühlt hätten. Ganz im Gegenteil. Die Ruhe an Bord empfanden wir als unglaublich erholsam. Vor allem war es mal sehr angenehm, vom Internet auf dem Smartphone befreit zu sein. Zwar gibt es an Bord der Finnlines Schiffe WLAN in den öffentlichen Bereichen, dieses ist jedoch nicht wirklich für umfangreichere Online-Aktivitäten geeignet. Dringende Nachrichten ließen sich aber mit etwas Geduld verschicken und sogar ein paar Status-Updates auf der FinnTouch-Facebook-Seite gelangen mir.

Am nächsten Morgen galt es rechtzeitig aufzustehen, um das Frühstück an Bord nicht zu verpassen. Während wir uns bei Brötchen, Müsli und Kaffee stärkten, zog draußen bereits die wunderbare Inselwelt vor Helsinki an uns vorüber. Durch die großen Panoramafenster konnten wir die Einfahrt prima beobachten. Natürlich musste ich nach dem Frühstück doch auch nochmal kurz auf das Außendeck, um ein paar Schnappschüsse vom Einlaufen im Hafen von Helsinki-Vuosaari zu machen. Als wir von einem Kleinbus wieder abgeholt und zum Terminal gebracht wurden, waren wir uns einig: Auf diesem Schiff hätten wir durchaus auch noch einen Tag länger verbringen können.

Das windgeschützte Außendeck der Finnlines Finnmaid.

Das windgeschützte Außendeck der Finnlines Finnmaid.

So lässt sich eine Seereise aushalten.

So lässt sich eine Seereise aushalten.

Kurs Richtung Norden mit FinnTouch!

Kurs Richtung Norden mit FinnTouch!

Weshalb wir wieder mit Finnlines reisen würden

Nach einem ereignisreichen Aufenthalt in Finnland, während dem wir unter anderem die Nordlichter in Lappland sehen durften, ging es wieder zurück Richtung Deutschland. Erneut war unser Schiff die MS Finnmaid und diesmal durften wir uns sogar über eine Außenkabine in Fahrtrichtung freuen. Der Ausblick auf einen herrlichen Sonnenuntergang bei der Abfahrt aus Vuosaari ließ ein wenig Wehmut aufkommen, sich schon wieder von Finnland verabschieden zu müssen. Zum Glück sollte es ja nur ein Abschied für eine gewisse Zeit sein.

Blick aus der Kabine im Hafen von Helsinki Vuosaari.

Blick aus der Kabine im Hafen von Helsinki Vuosaari.

Was für ein Sonnenuntergang zum Abschied aus Helsinki!

Was für ein Sonnenuntergang zum Abschied aus Helsinki!

Für uns war klar: Das wird mit Sicherheit nicht unser letztes Mal mit Finnlines gewesen sein. Es ist eine ganz andere Art des Reisens als mit dem Flugzeug, Du fühlst die Entfernung viel mehr und kommst aufgrund der entspannten Atmosphäre an Bord schon erholt an. Die Fahrtzeiten solltest Du bei Deiner Planung natürlich mit einkalkulieren. Je länger Du in Finnland bleibst, desto eher lohnt sich das Ganze. Erst recht, wenn Du noch einen eigenen PKW mitnimmst, etwa um damit zum Mökki zu kommen oder eine Rundreise zu machen. Da die Preise für die Überfahrt gerade im Sommer schon nicht ganz so günstig sind, empfehlen wir Dir, bereits rechtzeitig zu buchen und etwaige Preisvorteile auszunutzen. Bei Fragen rund um die Überfahrt mit Finnlines von Travemünde nach Helsinki könnt ihr uns gerne eine Nachricht über unser Kontaktformular schicken.

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Transparenzhinweis: Wir wurden von Finnlines zu dieser Seereise Travemünde – Helsinki – Travemünde eingeladen. Auf unseren objektiven Bericht darüber hat diese Tatsache keinen Einfluss gehabt.

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2 Comments

  1. 1

    Vielen Dank für den tollen Bericht. Ich spiele immer mal wieder mit dem Gedanken, mit Finnlines nach Finnland zu reisen, weil ich gerade aufgrund der ruhigen Atmosphäre und des guten Essens sehr viel Gutes gehört habe. Aber leider finde ich den Preis unverhältnismässig hoch und deswegen ist es für mich bei dem so oder so schon sehr teuren Finnland-Urlaub nie eine wirklich Option gewesen. Außerdem gehört es für mich einfach dazu, durch Schweden zu gondeln und dann die phantastische Seereise von Stockholm durch die Schären nach Helsinki anzutreten. Meine Route führt immer mit der Vogelfluglinie von Puttgarden nach Rodby, dann über die Öresundbrücke und abschließend mit Viking Line / Silja Line von Stockholm nach Helsinki. Diese Tour ist wirklich sehr schön. Auch wenn man viele Kilometer im Auto verbringt.

    • 2

      Hallo Lars,
      danke für Dein Feedback! Der Preis ist natürlich immer auch ein Faktor, ganz klar. Und die Route via Vogelfluglinie und Schweden hat zweifellos ihren ganz speziellen Reiz. Unzählige Mal erlebt während meiner Kindheit 🙂 Aber es ist eben auch sehr viel Fahrerei und mit zunehmendem Alter schon anstrengend. Meine Eltern fahren inzwischen nur noch mit Finnlines zum sommerlichen Mökki-Urlaub, weil es einfach deutlich bequemer ist. Aber ja, das muss man eben alles abwägen.
      LG,
      René

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