Warum wir Finnland lieben: 10 Blogger verraten ihre Top-Tipps (Teil 2)

Im ersten Teil unseres Blogger-Roundups konnten wir Dir hoffentlich bereits ein paar spannende Inspirationen geben. Hier kommt nun wie versprochen Teil 2. Wir blicken hinter die typischen Finnland-Klischees und freuen uns, teils sehr persönliche Eindrücke und Empfindungen rund um Finnland mit Dir teilen zu können.

Fünf Größen aus den Bereichen Finnland-Blogger, Reiseblogger und Digitale Nomaden berichten von ihren Abenteuern im hohen Norden und geben Dir Tipps, was Du auf gar keinen Fall verpassen solltest. Sie alle wurden irgendwann gepackt von der Faszination Suomi und wir würden uns freuen, wenn wir Dich mit diesem Beitrag auch ein wenig „finnfizieren“ könnten. Vielen Dank an alle Blogger-Kolleginnen und -Kollegen fürs Mitmachen und Dir nun viel Spaß mit den fünf Kurz-Interviews. Hier findest Du Teil 1.

Sebastian von Off The Path

Hallo Sebastian! Was hast Du mit Finnland verbunden, bevor Du das Land persönlich besucht hast? Inwieweit haben sich deine Vorstellungen bewahrheitet, inwiefern gab es Überraschungen?
Mit Finnland habe ich hauptsächlich Wald und viel Natur verbunden! Das habe ich allerdings bei meinem ersten Besuch nicht wirklich vorgefunden, da ich mich hauptsächlich in Helsinki aufgehalten habe. Dort habe ich eher den Großstadtdschungel vorgefunden, wobei das in Helsinki auch nicht wirklich passt 🙂

Erst auf meinen nächsten Reisen, hoch nach Lappland oder in den Osten zum Saimaa-See, habe ich wirklich das vorgefunden, was ich mir vorgestellt hatte! Seen, Wälder, Holzhütten mit eigener Sauna! Es war einfach herrlich!

Gibt es finnische Begriffe oder Redensarten, die sich Dir besonders eingeprägt haben?
Da fällt mir gerade nichts ein!

Die mit Abstand größte finnische Delikatesse ist…
Lachs! Ich habe meinen besten Lachs in Helsinki gegessen. Meine Freundin und ehemalige Geschäftspartnerin Inna hatte mich zu sich nach Hause eingeladen und Lachs gegrillt. Wenn ich heute daran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen – so lecker!

Hast Du einen finnischen Lieblingskünstler/Sportler – wenn ja, welchen?
Kenne ich keinen.

Bei -20 Grad nach der Sauna ins Eisloch springen – wäre das ein Albtraum oder eine spannende Herausforderung für Dich?
Das ist der absolute Traum und das habe ich schon öfters gemacht!

Verrätst du uns noch Deine drei persönlichen Top-Tipps für Finnland?
Eine Hundeschlittentour im Winter in Lappland ist genial. Genauso toll ist aber auch der Saimaa-See im Sommer. Aber auch in der Stadt, in Helsinki selbst, fand ich es total klasse ein Boot auf die Insel Suomenlinna zu nehmen und so dem Stadttrubel zu entfliehen.

Über Sebastian

Sebastian_Canaves_Off_The_PathSebastian Canaves wuchs auf Mallorca auf, zog mit 14 nach Deutschland und arbeitete gleich nach seinem Abitur in Australien für eine Online Marketing-Firma. Seitdem hat ihn das Reisen nicht mehr losgelassen und so startete er 2011 Off The Path – heute einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Reiseblogs. Hier dreht sich alles um seine Abenteuer, die der fünf Sprachen fließend sprechende Globetrotter etwa in Neuseeland, Bali oder Schottland erlebt. Mit „Off The Path – Eine Reiseanleitung zum Glücklichsein“ trat Sebastian auch als Buchautor in Erscheinung. Gemeinsam mit Conni Biesalski zeigt er im Blog Camp, wie Du ein erfolgreicher Blogger werden kannst.

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Carina von Odysseys of a nomad

Hallo Carina! Was hast Du mit Finnland verbunden, bevor Du das Land persönlich besucht hast?
Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht viel über Finnland und es stand auch nicht auf meiner Bucketlist der Länder, die ich in naher Zukunft besuchen wollte, als ich vor knapp fünf Jahren auf Reisen meinen finnischen Freund kennen gelernt habe. Ich wusste von vielen Seen und Wäldern, den langen, dunklen Wintern und viel Schnee in Lappland. Außerdem war mir die finnische Sauna ein Begriff. Von der Schwierigkeit und Komplexität der finnischen Sprache hatte ich auch gehört.

Erst durch meinen Freund wurde mein Interesse für das Land der tausend Seen geweckt. Er machte mich mit der finnischen Kultur und Mentalität vertraut. Als ich ihn das erste Mal in seinem Heimatland besuchte, war ich sofort begeistert. Vor allem die Nähe zur Natur, die vielen Outdoor-Möglichkeiten und auch der von vielen gefürchtete finnische Winter haben es mir angetan und mich überzeugt, nach vielen kurzen (Urlaubs-)Aufenthalten meine Zelte in Deutschland abzubrechen und auf unbestimmte Zeit nach Finnland zu ziehen.

Inwieweit haben sich deine Vorstellungen bewahrheitet, inwiefern gab es Überraschungen?
Überraschungen gab es einige, aber ausschließlich positiver Natur. So bin ich zum Beispiel nach wie vor beeindruckt und begeistert von der Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft der Finnen, die oft als ruhig, introvertiert und kühl dargestellt werden. Das kann ich absolut nicht bestätigen.

Als eine weitere positive Überraschung erlebe ich den finnischen Winter, der oft als dunkel, eisig kalt und unangenehm verrufen wird. Ich muss gestehen, ich hatte auch etwas Bedenken, wie ich mit den langen Nächten und dem wenig Tageslicht in den Wintermonaten klarkommen würde. Es stellte sich heraus, dass die Wintermonate mit dem vielen Schnee, den zugefrorenen Seen und den tollen Sonnenuntergängen am frühen Nachmittag zu meiner Lieblingsjahreszeit geworden sind und ich den finnischen Winter definitiv dem deutschen vorziehe. Meine Lieblingsbeschäftigung momentan sind Spaziergänge durch den Schnee bei minus 20 Grad und blauem Himmel – einfach toll zum Energie tanken und relaxen.

Gibt es finnische Begriffe oder Redensarten, die sich Dir besonders eingeprägt haben?
Da ich momentan versuche, die finnische Sprache zu lernen, muss ich mir viele Begriffe einprägen. Ich kann mich aber noch sehr gut an das allererste finnische Wort erinnern, das ich während meines ersten Aufenthalts in Helsinki gelernt habe: „kippis“ (=Prost). Ich erinnere mich gerne an meinen ersten Sommeraufenthalt zurück: wie so viele Finnen saßen wir in einem der unzähligen Parks in Helsinki, tranken Bier aus Dosen und genossen die Sonne und die langen Sommertage.

Die mit Abstand größte finnische Delikatesse ist…
Poronkäristys. Ich glaube, man würde es mit „Rentiergeschnetzeltes“ übersetzen. Als alte Fleischesserin liebe ich den Geschmack von Rentier. In Kombination mit Kartoffelpüree, Preiselbeeren und Essiggurken einfach unschlagbar!

Hast Du einen finnischen Lieblingskünstler/Sportler – wenn ja, welchen?
Da fällt mir spontan Jenni Vartiainen ein. Ihr Song „Missä muruseni on“ war das allererste finnische Lied, das ich je bewusst gehört habe und auch das erste Mal, dass ich so richtig mit der finnischen Sprache in Kontakt kam. Obwohl ich inzwischen viele gute finnische Sänger und Songs kenne, ist das nach wie vor eines meiner Lieblinge und ich verbinde tolle Erinnerungen damit.

Bei -20 Grad nach der Sauna ins Eisloch springen – wäre das ein Albtraum oder eine spannende Herausforderung für Dich?
Das habe ich natürlich schon ausprobiert und es war toll, auch wenn es beim ersten Mal sehr viel Überwindung gekostet und mehrere Anläufe gebraucht hat, bis ich tatsächlich für einige Sekunden mit dem ganzen Körper im Wasser war. Ein unbeschreiblich erfrischendes Gefühl und ein tolles Erlebnis, das ich jedem Urlauber, der in den Wintermonaten nach Finnland kommt, wärmstens empfehlen kann.

Verrätst du uns noch Deine drei persönlichen Top-Tipps für Finnland?
Neben dem bereits erwähnten Schwimmen im Eisloch würde ich auf jeden Fall allen Winterurlaubern eine Schneemobiltour in Lappland empfehlen. Wir haben uns letzten Winter ein Schneemobil geliehen und sind auf eigene Faust durch die verschneite und eisig kalte Landschaft Lapplands gedüst in der Hoffnung, die Nordlichter zu sehn. Es war ein tolles Erlebnis! Auf meinem Blog habe ich etwas ausführlicher darüber berichtet.

Die beliebteste Art den finnischen Sommer zu genießen ist wohl ein Aufenthalt in einer Hütte am See verbunden mit ausgiebigem Saunieren, Grillen und Relaxen. Es gibt eine riesige Auswahl an Hütten zur Miete in allen Preis- und Komfortkategorien, wobei der Klassiker die einfache Holzhütte ohne Strom und fließendes Wasser und mit offenem Kamin wohl die typischste Variante ist.

Wer wirklich Kontakt zu Finnen haben und etwas über ihre Mentalität erfahren möchte, dem empfehle ich im nächsten Supermarkt ein paar Bierdosen einzukaufen und sich in einem der unzähligen Parks unter die Einheimischen zu mischen. An sonnigen Tagen sind die Parks in finnischen Städten gut besucht und es herrscht eine tolle, entspannte Atmosphäre. Hier mit ein paar Einheimischen ins Gespräch zu kommen ist sicherlich kein Problem. Durch die hohen Getränkepreise in Kneipen und Bars ist es sehr beliebt sich an den lauen, langen Sommerabenden in den Parks der Städte zusammenzusetzen und in gemütlicher Runde ein paar Bierchen an der frischen Luft zu genießen.

Über Carina

Carina_OdysseysofanomadCarina Bäuerlein interessierte sich schon immer für andere Länder, Kulturen und Sprachen. So richtig packte sie das Reisefieber während ihres einjährigen Aupair-Aufenthalts in den USA und hat sie seitdem nicht mehr losgelassen. Dabei bevorzugt sie langsames Reisen und verbringt gerne längere Zeit an einem Ort. Seit 2012 hat sie einen finnischen Freund, mit dem sie schon jede Menge toller Abenteuer erlebt hat. So verbrachten sie sechs Monate in Thailand oder reisten mit dem Motorrad über die Via Baltica von Helsinki nach Berlin. Seit Januar 2015 leben die beiden in Tampere, wo Carina als Biologin an der Universität ihr Geld verdient. Ende 2014 startete sie ihren ersten eigenen Blog, auf dem sie ihre Reiseerlebnisse verarbeitet.

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Tim von Earthcity

Hallo Tim! Was hast Du mit Finnland verbunden, bevor Du das Land persönlich besucht hast? Inwieweit haben sich deine Vorstellungen bewahrheitet, inwiefern gab es Überraschungen?
Zuvor habe ich bei Finnland immer nur an Sauna und Nordlichter gedacht. Nachdem ich dann in Helsinki studiert habe, habe ich die Kultur besser kennengelernt und gemerkt, dass die Finnen unheimlich liebe und tolle Menschen sind, aber man sehr viel Anlaufzeit benötigt, um mit ihnen warm zu werden. Zudem hat mich die Natur fasziniert.

Gibt es finnische Begriffe oder Redensarten, die sich Dir besonders eingeprägt haben?
Kippis! Haha… In Finnland trinkt man gern und weiß, wie man richtig feiert.

Die mit Abstand größte finnische Delikatesse ist…
Das finnische Essen ist mir, im Gegensatz zu anderen Dingen, als nicht besonders herausragend in Erinnerung geblieben. Was ich sehr gemocht habe, war Rentier. Aber das isst man ja auch eher an besonderen Anlässen.

Hast Du einen finnischen Lieblingskünstler/Sportler – wenn ja, welchen?
Mika Häkkinen. Der ist für mich der Inbegriff eines Finnen.

Bei -20 Grad nach der Sauna ins Eisloch springen – wäre das ein Albtraum oder eine spannende Herausforderung für Dich?
Das habe ich schon gemacht. Und es war der Hammer! Aber ob ich es nochmal mache, lasse ich mal dahin gestellt…

Verrätst du uns noch Deine drei persönlichen Top-Tipps für Finnland?
Ein Besuch auf Suomenlinna ist Pflicht! Spannend fand ich auch Rovaniemi hoch im Norden. Und Porvoo, das kann man von Helsinki aus besuchen. Ebenfalls würde ich einmal einige Tage in einem Mökki am See verbringen – the finnish way! Wenn man im Winter kommt: Man kann in Finnland auch ganz gut Ski fahren.

Über Tim

Tim_Chimoy_EarthcityTim Chimoy ist einer der bekanntesten Köpfe der Digitale Nomaden-Szene. „Lebe und arbeite nach deinen eigenen Regeln“ ist sein Motto. Auf Earthcity bloggt er über ortsunabhängiges Arbeiten, kreative Selbstständigkeit und persönliche Weiterentwicklung. Dazu passend gibt es den „I Love Mondays“-Podcast mit spannenden Gästen. Mit seinem „Tuscheteam“ bietet Tim Architektur-Dienstleistungen an, zudem gibt er Workshops und betätigt sich als Autor auf verschiedenen Plattformen. Mit dem Citizen Circle rief er eine Community ins Leben, in der sich digitale Nomaden und Solopreneure gegenseitig unterstützen und nicht nur von einem umfangreichen Informationsangebot, sondern vor allem von einer starken Gemeinschaft profitieren können. Tim lebte und arbeitete längere Zeit in Finnland. Bei einem seiner Mastermind-Days entstand auch die Idee für diesen Blog.

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In unregelmäßigen Abständen öffnet der Citizencircle seine Türen für weitere Neumitglieder.

Ana von Über 66 Grad

Hallo Ana! Was hast Du mit Finnland verbunden, bevor Du das Land persönlich besucht hast? Inwieweit haben sich deine Vorstellungen bewahrheitet, inwiefern gab es Überraschungen?
Ich sehnte mich nach Stille, Einsamkeit, Weite und Extremen in Finnland und das habe ich auch bekommen, nur in einer viel intensiveren Form. Finnland ist so dünn besiedelt (in London leben doppelt so viele Menschen wie in ganz Finnland), dass egal, wohin ich ging, ich überall diesen einsamen, stillen und harmonischen Ort finden konnte. Die Natur ist um einiges wunderschöner, als ich mir es je hätte vorstellen können.

Gibt es finnische Begriffe oder Redensarten, die sich Dir besonders eingeprägt haben?
„No niin“. Es hat mindestens vier Monate gedauert, bevor ich überhaupt den Sinn von „no niin“ so richtig verstanden hab. Bis heute lerne ich immer wieder neue Bedeutungen davon – je nachdem, wie es betont wird.

Die mit Abstand größte finnische Delikatesse ist…
Karjalanpiirakka! Die karelische Pirogge in Karelien zu essen – besonders nach einem langen Wandertag – ist die reinste Geschmacksexplosion!

Hast Du einen finnischen Lieblingskünstler/Sportler – wenn ja, welchen?
Lieblingskünstler: die Band „Husky Rescue“; Sportler (naja, eher indirekt): der Rallyefahrer Marcus Grönholm aufgrund seines starken finnischen Akzents und seinen witzigen Sprüchen, die er immer wieder mal raushaut!

Bei -20 Grad nach der Sauna ins Eisloch springen – wäre das ein Albtraum oder eine spannende Herausforderung für Dich?
Es wäre absolut eine der spannendsten Herausforderungen. Durch Finnland habe ich gelernt, Kälte zu akzeptieren und einfach anzunehmen. Ich bin eigentlich eher ein Sommermädchen, das sich mittlerweile nach -30°C in Lapland sehnt. Im Mai bin ich bereits von der Sauna in die Ostsee gespungen, in ein Eisloch ist der nächste Schritt.

Verrätst du uns noch Deine drei persönlichen Top-Tipps für Finnland?
Lappland, Lappland, Lappland – ups, das sind ja schon drei. Nein, im Ernst, nach Lappland zu fahren und dort einige Tage in einem Häuschen oder Zelt zu bleiben, egal zu welcher Jahreszeit, ob Polarlichter oder Mitternachtssonne, Regen oder Ruska (die Herbstfärbung), gehörte jedes Mal zu meinen unvergesslichsten Erlebnissen.

Oder einfach einen Rucksack schnappen, in einen Zug steigen und irgendwo hinzufahren, draußen übernachten und morgens aus dem Zelt kriechen und beim Frühstück die Natur ringsherum beobachten. Drittens: Nachts während der Mitternachtssonne wandern gehen. Kurzum, einfach draußen sein und alles genießen, was Finnland, seine Menschen und die Natur zu bieten haben.

Über Ana

Ana_Ueber_66_GradAnastassija Thiele liebt die raue, ursprüngliche Natur des hohen Nordens. Je nördlicher, desto besser – denn die wahren Abenteuer fangen für sie erst jenseits des nördlichen Polarkreises an. Da sich dieser auf dem 66. Breitengrad befindet, war die Namensfindung für ihren Blog nicht sonderlich schwierig. Ana möchte mit ihren Beiträgen neugierig machen und Lust wecken auf Wandern und Trekking in Finnland und Skandinavien. Dabei zeigt sie, dass dies auch mit einem schmalen Budget realisierbar ist. Nachhaltiges und naturbewusstes Reisen sind ihr besonders wichtig. Auf ihrem Blog findest Du neben konkreten Reise- und Outdoortipps viele tolle Fotos, Interviews und teilweise sehr persönliche Gedanken. Während eines längeren Finnland-Aufenthaltes erkundete die Wahlberlinerin auch die südlicheren Gefilde des Landes.

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Tarja von tarjasblog.de

Hallo Tarja! Was hast Du mit Finnland verbunden, bevor Du das Land persönlich besucht hast? Inwieweit haben sich deine Vorstellungen bewahrheitet, inwiefern gab es Überraschungen?
Als Tochter einer finnischen Mama und eines deutschen Papas war ich als Kind fast jede Ferien in Finnland. Insofern ist es mir heute eher ein Anliegen zu zeigen, wie Finnland wirklich ist. Denn für viele besteht Finnland aus den gängigen Klischees: Sauna, kurze helle Sommer mit unzähligen Mücken und lange, harte und dunkle Winter – ansonsten ein weißer Fleck auf der Landkarte. Das möchte ich gerne ändern und zeigen, wie vielfältig das Land ist, wie wunderbar die Landschaft und die Menschen.

Gibt es finnische Begriffe oder Redensarten, die sich Dir besonders eingeprägt haben?
„Syö, nuku ja liho“ hat mein Großvater immer lachend gesagt: Essen, schlafen und dick werden. 🙂
Allein schon vom Klang mag ich: „Oma maa mansikka, muu maa mustikka“. Was übertragen so viel bedeutet wie „daheim ist daheim“. Klingt doch wie Musik!?!

Die mit Abstand größte finnische Delikatesse ist…
Karjalanpiirakka – ein Bissen und ich fühle mich in Finnland! Dicht gefolgt von Pulla – zusammen mit Kaffee einfach ein Muss – egal ob nach einem langen Spaziergang oder nach der Sauna – die beste Belohnung am Tag. So schmeckt Finnland!

Hast Du einen finnischen Lieblingskünstler/Sportler – wenn ja, welchen?
Meine Lieblingsband ist „Tuure Kilpeläinen & kaihon karavaani“. Ich habe die Musiker vor gut einem Jahr zum Finnland.cool-Festival, das ich in Österreich veranstaltet habe, eingeladen und seitdem sind wir gut befreundet. Kaihon karavaani bedeutet so viel wie „Karawane der Sehnsucht“. Und ihre Musik ist wahrhaftig kaiho-Musik. Mal klingt sie wie südamerikanischer Samba, mal wie finnischer Tango, mal wie moderner Rock.

In kaiho schwingt Sehnsucht, Wehmut und Melancholie mit und es ist für mich der Inbegriff der finnischen Mentalität. Neben „sisu“ selbstverständlich, dieser typisch finnische Eigenschaft, die irgendwo zwischen Zähigkeit, Ausdauer und Durchhaltevermögen anzusiedeln ist. Die Musik ist fröhlich und traurig zugleich. Das kriegen nur Finnen so hin. Also unbedingt mal reinhören! Mein Favorit ist „Tanssi minun kanssani“.

Bei -20 Grad nach der Sauna ins Eisloch springen – wäre das ein Albtraum oder eine spannende Herausforderung für Dich?
Eisloch? Avanto-sauna? Jaaa, was für eine unglaubliche Erfahrung! Kann ich nur weiterempfehlen. Mich hat man mit dem Satz gelockt: Now you can proof your roots. Da blieb mir gar nichts anderes übrig. Es kostete mich beim ersten Mal ganz schön Überwindung, zumal ich sonst am liebsten erst bei 24 Grad Wassertemperatur schwimmen gehe. Und ich gebe zu, es war ein ziemlicher Schock. Aber danach fühlt man sich wie neugeboren. Und Vorsicht: es hat Suchtpotential! All meine Empfindungen dazu gibt es hier.

Verrätst du uns noch Deine drei persönlichen Top-Tipps für Finnland?
Puh, das ist schwierig. Ich schreibe gerade ein Buch: „111 Gründe, Finnland zu lieben.“. Dieses wird im Herbst bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin erscheinen. Wie soll ich da drei raus picken? Für den Anfang schlage ich mal vor:
1. Lappland im Winter: mit Skiern, Huskys oder Rentieren durch die märchenhaften Schneelandschaften und nachts Polarlichter bestaunen, 2. in einem Ferienhaus am See im Saima-Seengebiet im Sommer die Seele baumeln lassen und 3. Helsinki entdecken – zu jeder Jahreszeit.

Über Tarja

Tarja_tarjasblog.deTarja Prüss ist Medienprofi durch und durch. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als Journalistin für Radio und Fernsehen. Darüber hinaus betätigt sich die Tochter einer finnischen Mutter und eines deutschen Vaters als Fotografin, wobei ihre liebsten Motive finnische Landschaften sind. Tarja lebt am Bodensee, hat jedoch bei jedem Finnlandbesuch das Gefühl, nach Hause zu kommen. Sie liebt Lakritz und Kaffee, lernt immer wieder gerne neue Menschen kennen und freut sich über Inspirationen aller Art sowie die Schönheit im Unerwarteten. Als Bloggerin lebt sie ihre Leidenschaft für Finnland in Wort und Bild aus und präsentiert ihren Lesern immer wieder spannende Beiträge mit echtem Mehrwert.

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2 Comments

  1. 1

    Hallo Rene,
    der Artikel ist toll geworden! Sehr interessant die Antworten der anderen Blogger zu lesen. Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte und gleich nach einer Bloggergröße wie Sebastian erwähnt zu werden ist natürlich eine besondere Ehre 🙂
    Liebe Grüsse aus Tampere,
    Carina

    • 2

      Vielen Dank, liebe Carina! Ich freue mich, dass Du mit dabei warst und schön, dass Dir der Artikel auch im Ganzen gefällt 🙂 LG aus Hessen zurück!

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