Omnium Gatherum im Interview – Melodic Death Metal aus Suomi

Interview Omnium Gatherum Frankfurt

Epische Gitarrenriffs und eingängige Melodien auf der einen, aggressiver Gesang auf der anderen Seite – das sind die unverkennbaren Markenzeichen von Omnium Gatherum. Die Melodic Death Metal-Band aus Finnland wurde 1996 gegründet und hat es sich bis heute zum Ziel gesetzt, zwar den Wurzeln des Genres treu zu bleiben, sich selbst und den Sound aber auch immer wieder neu zu erfinden. Omnium Gatherum hat bis heute sieben Alben veröffentlicht: „Spirits and August Light“ (2003), „Years In Waste“ (2004), „Stuck Here On Snake’s Way“ (2007), „The Redshift“ (2008), „New World Shadows“ (2011), „Beyond“ (2013) und „Grey Heavens“ (2016). Letztgenannter Longplayer schaffte es in Finnland sogar auf Platz 2 der Albumcharts.

Mit Omnium Gatherum rund um die Welt

Heute besteht die Band aus Sänger Jukka Pelkonen, Gitarrist Markus Vanhala, Gitarrist Joonas Koto, Bassist Erkki Silvennoinen, Keyboarder Aapo Koivisto und Drummer Tuomo Latvala. Die Jungs sind nicht nur in ihrer Heimat eine begehrte Liveband, sondern touren regelmäßig rund um den Erdball, von den USA bis ins ferne Japan. In der Vergangenheit waren sie unter anderem schon mit Genregrößen wie Insomnium und Swallow The Sun unterwegs. Die aktuelle Tour brachte Omnium Gatherum gemeinsam mit den finnischen Kollegen Stam1na und der isländischen Band Skálmöld in zahlreiche Städte Europas. Ich habe mich vor dem Konzert im Frankfurter „Nachtleben“ mit Sänger Jukka und Gitarrist sowie Bandmitbegründer Markus getroffen und mit ihnen über das Leben on Tour, musikalische Einflüsse und finnische Brauspezialitäten geplaudert (Finnish version below / haastattelu suomeksi alla!).

Omnium Gatherum Band

Die aktuelle Bandbesetzung (v.l.n.r.): Joonas Koto, Erkki Silvennoinen, Jukka Pelkonen, Markus Vanhala, Aapo Koivisto, Tuomo Latvala (Foto: Omnium Gatherum/Jari Heino)

FinnTouch: Heute beginnt eure große Europatour. Seid ihr schon ein bisschen aufgeregt?

Jukka (Omnium Gatherum): Ich muss ganz ehrlich sagen, dass uns solche Touren schon seit Jahren nicht mehr nervös gemacht haben.

Markus (Omnium Gatherum): Wir sind mit einer guten Truppe unterwegs, so dass es tatsächlich einfach nur Spaß macht.

Jukka (Omnium Gatherum): Die Stimmung ist super. Wenn wir trotzdem nochmal kurz auf das Thema Anspannung eingehen… Diese ist bei uns weniger mit den Auftritten selbst verbunden, als vielmehr mit dem ganzen Drumherum. Wird alles problemlos funktionieren? Bleiben die Busse von Pannen verschont? Solche Dinge… (lacht)

FinnTouch: Mit dabei sind diesmal Skálmöld aus Island sowie die finnische Band Stam1na. Warum gerade diese Bands und wie kam die Zusammenarbeit zustande?

Jukka (Omnium Gatherum): Das hat vor allem damit zu tun, dass wir den gleichen deutschen Promoter haben. Es war die Idee des Promoters. Selbst kenne ich Stam1na aber auch schon seit 17 Jahren und so gefiel mir die Idee, mit ihnen zusammen auf Tour zu gehen, sofort. Skálmöld ist dann noch eine schöne “arktische” Ergänzung dazu.

Markus (Omnium Gatherum): Es wirkte nicht wie ein Lineup, das eine Unmöglichkeit gewesen wäre. Ganz im Gegenteil, es hat einen schönen Crossover-Faktor, da verschiedene Stile mit dabei sind.

FinnTouch: Ihr wart schon in den USA, in Japan und vielen anderen Ländern auf Tour. Wo ist eurer Meinung nach das beste Publikum zu finden? In Finnland, hier in Deutschland oder vielleicht sogar auch ganz woanders?

Jukka (Omnium Gatherum): Das ist sehr schwer zu sagen, wo nun das beste Publikum überhaupt zu finden ist. In den USA zum Beispiel geht es richtig gut ab, aber genauso ist es auch in Mitteleuropa, Japan oder China.

“In Deutschland gibt es eine tolle Festivalkultur“

Markus (Omnium Gatherum): Montreal in Kanada ist mir persönlich ganz besonders in Erinnerung geblieben. In Deutschland wiederum gibt es eine richtig tolle Festivalkultur. Hier gibt es so unglaublich viele gute Festivals im Sommer.

Jukka (Omnium Gatherum): Letzten Sommer beim Summer Breeze Festival haben wir vermutlich vor dem größten Publikum überhaupt gespielt. Auch Wacken muss ich an dieser Stelle erwähnen.

FinnTouch: Ihr macht vor allem sehr melodischen Death Metal. Wie wichtig ist gerade die Melodie als Element, wenn ihr neue Songs produziert?

Jukka (Omnium Gatherum): Sehr wichtig. Sie ist schließlich die Grundlage eines jeden Songs. Die Gitarrenmelodie und der aggressive Gesang, das ist die Kombination bei uns.

Markus (Omnium Gatherum): Wir versuchen immer so einen Mittelweg zu finden. Wir versuchen, Neues in unser Genre einfließen zu lassen, eigene Favoriten mit neuen Ideen zu kombinieren.

“Schwedischer Metal ist immer wichtig gewesen“

FinnTouch: Welche anderen Bands sind für euch Vorbilder gewesen und was für Musik hört ihr heutzutage gerne?

Markus (Omnium Gatherum): Schwedischer Metal ist immer wichtig gewesen, dann von den finnischen Bands natürlich Amorphis und Sentenced. Von den älteren Bands könnte man Iron Maiden, Metallica und Guns’n’Roses erwähnen. Aktuell habe ich gerade selbst wieder eine krasse Type O Negative-Phase.

Jukka (Omnium Gatherum): Ich höre mir gerne immer wieder die gleichen Bands an. Markus macht schon teilweise Witze darüber, denn wenn wir in unserem Bus feiern und ich Musik mache, läuft immer Megadeth oder Alice Cooper. Heutzutage suche ich viel im Internet nach neuer Musik. Dort findet man alles Mögliche, Metal wie auch andere Sachen.

FinnTouch: Habt ihr eine Erklärung dafür, warum gerade aus Finnland so viele Metalbands kommen?

Jukka (Omnium Gatherum): Das ist eine Frage, die wir fast immer gestellt bekommen (lacht).

Markus (Omnium Gatherum): Die Dunkelheit und der Schnee… (lacht)

Jukka (Omnium Gatherum): Es ist nicht so leicht zu sagen, woran es eigentlich liegt. Seit Ende der 80er Jahre ist die Anzahl der Metalbands langsam gestiegen und seit Mitte der 90er ging es dann so richtig los. Es wurden immer mehr Bands gegründet. Vielleicht ist der lange und dunkle Winter mit den damit verbundenen eingeschränkten Beschäftigungsmöglichkeiten zumindest einer der Gründe dafür, dass dann eben fleißig zu Hause geprobt wurde. Irgendwie scheint diese Musik auch zur allgemeinen Stimmung der Finnen zu passen.

Omnium Gatherum Bandphoto

Foto: Omnium Gatherum/Jari Heino

”Finnland war lange für schlechtes Bier bekannt”

FinnTouch: Wenn wir hier Bier und Lonkero zur Auswahl hätten, was würdet ihr auswählen?

Jukka (Omnium Gatherum): Ich würde das Bier nehmen.

Markus (Omnium Gatherum): Wenn man einen Kater hat, dann das Lonkero… (lacht)

Jukka (Omnium Gatherum): Am Lonkero ist grundsätzlich nichts Verkehrtes. Aber es ist eher so, dass man davon mal eines genießt und Biere kann man auch ein paar mehr trinken.

FinnTouch: Was ist denn das beste finnische Bier?

Markus (Omnium Gatherum): Finnland war ja lange Zeit ein Land, das für schlechtes Bier bekannt war. Man bekam fast nichts außer Lager-Bier von einigen wenigen Brauereien. Inzwischen gibt es endlich auch in Finnland Mikrobrauereien. Das ist innerhalb weniger Jahre förmlich explodiert. Ich war selbst erst letzten Samstag auf Craft Beer-Festival und dort gab es unglaublich viel gutes Bier. Die Brauerei „Takatalo & Tompuri“ aus unserer Heimatstadt hat mit ihrem „Kylmäsavulager“ letztes Jahr sogar den Preis für das beste Bier Finnlands gewonnen. Es ist wirklich richtig gut!

Jukka (Omnium Gatherum): Laitila braut auch ein recht gutes Lager-Bier. Und wenn man nun von den großen Brauereien ein Bier auswählen müsste, dann wäre das definitiv Karhu.

FinnTouch: Welches ist eurer Meinung nach die beste Konzertlocation in Finnland?

Markus (Omnium Gatherum): Lutakko in Jyväskylä.

Jukka (Omnium Gatherum): Rytmikorjaamo in Seinäjoki ist meiner Meinung nach gut.

Markus (Omnium Gatherum): Tavastia in Helsinki.

Jukka (Omnium Gatherum): The Circus ist ebenfalls ganz okay. Eine große Location. Leider war ich dort selbst erst einmal.

»Nach Porvoo zu fahren lohnt sich“

FinnTouch: Habt ihr noch ein paar andere Reisetipps für unsere Leser? Wo sollten sie in Finnland unbedingt einmal hinfahren?

Jukka (Omnium Gatherum): Nach Porvoo.

Markus (Omnium Gatherum): In Porvoo gibt es auch gute Gaststätten.

Jukka (Omnium Gatherum): Wer die weite Fahrt auf sich nehmen mag, der sollte auch mal zum Polarkreis fahren. Es lohnt sich und ist auf jeden Fall ein tolles Erlebnis. In Ostfinnland gibt es schöne Orte und Helsinki im Sommer ist wunderbar. Hier gibt es Großstadtfeeling, aber ebenso finden sich Waldgebiete und Parks inmitten der Stadt.

Markus (Omnium Gatherum): Ich mag den finnischen Schärengarten und die Seen. Besser geht es nicht!

Jukka (Omnium Gatherum): So ist es. Überhaupt sollte man mal an einem Mökki Urlaub machen!

Das nächste Album kommt 2018

FinnTouch: Reden wir zum Schluss nochmal über Musik. Sind denn neue Veröffentlichungen von euch geplant?

Jukka (Omnium Gatherum): Vor dieser Tour haben wir einen neuen Track namens “Blade Reflections” veröffentlicht, den wir allerdings schon etwas früher produziert hatten. Wir haben ihn sozusagen anlässlich dieser Tour herausgebracht. Im Januar werden wir damit beginnen, das neue Album zu produzieren. Dieses wird dann wahrscheinlich im Herbst 2018 herauskommen, vielleicht im September.

FinnTouch: Vielen Dank für das Interview!

Besuche die Website der Band oder die offizielle Facebook-Seite von Omnium Gatherum für alle aktuellen Infos und Tourdates.

Bandlogo Omnium Gatherum

Interview in finnish language / Haastattelu suomeksi

FinnTouch: Tänään alkaa teidän iso Euroopan kiertue. Jännittääkö jo vähän?

Jukka (Omnium Gatherum): Eivät nämä ole kyllä jännittäneet enää vuosiin.

Markus (Omnium Gatherum): Hyvällä porukalla olemme liikkeellä, niin on kyllä pelkästään hauskaa.

Jukka: Hyvä tunnelma on. Jos puhumme nyt kuitenkin siitä jännittämisestä. Se liittyy vähemmän itse soittamiseen, vaan enemmänkin siihen, että kaikki kiertueella sujuu mahdollisimman mutkattomasti. Etteivät bussit hajoa ja sellaista… (nauraa)

FinnTouch: Mukana ovat tällä kertaa islantilainen Skálmöld sekä suomalainen Stam1na. Miksi juuri nämä bändit ja kuinka tämä yhteystyö syntyi?

Jukka: Se liittyy ennen kaikkea siihen, että meillä on sama saksalainen keikkamyyjä. Tämä oli keikkamyyjän idea. Itse tutustuin Stam1naan jo 17 vuotta sitten ja tykkäsin heti ideasta lähteä heidän kanssaan kiertueelle. Skálmöld on sitten hieno „arktinen“ lisä tähän.

Markus: Ei vaikuttanut sellaiselta lineupilta, joka olisi ollut mahdottomuus. Siinä on mukavaa crossoveria, eri tyylejä mukana.

FinnTouch: Olette olleet keikkailemassa USAssa, Japanissa ja monessa muussakin maassa. Missä on teidän mielestään paras keikkayleisö? Onko se Suomessa, täällä Saksassa tai ehkäpä myös jossakin aivan muualla?

Jukka: On hirveän vaikeaa sanoa, missä nyt olisi se kaikkein paras yleisö. Amerikassa on esimerkiksi tosi hyvä meininki päällä, mutta näin on Keski-Euroopassa, Japanissa tai Kiinassakin.

“Saksassa on erittäin hieno festivaalikulttuuri“

Markus: Montral Kanadassa jäi minulle henkilökohtaisesti erityisesti mieleen. Saksassa sitten taas on erittäin hieno festivaalikulttuuri. Täällä on niin valtavasti hyviä festivaaleja kesällä.

Jukka: Viime kesällä Summer Breeze festivaalilla taisi ollakin kaikista eniten yleisöä, mitä olemme kokeneet. Ja Wacken on pakko mainita tässä myös.

FinnTouch: Teette enimmäkseen hyvin melodista death metalia. Kuinka tärkeä juuri tämä melodia on teille, kun teette uusia biisejä?

Jukka: On se erittäin tärkeä. Siihenhän ne biisit kaikki perustuvat. Kitaran melodia ja agressiivinen laulu, se on se kombinaatio.

Markus: Yritämme löytää aina sellaisen keskitien. Yritämme tuoda vähän uutta genreen, yhdistää omia suosikkeja ja uusia ideoita.

“Ruotsalainen metalli on ollut tärkeää aina“

FinnTouch: Mitkäs toiset bändit ovat olleet teille esikuvia ja mitä kuuntelette nykyään mielellään?

Markus: Ruotsalainen metalli on ollut tärkeää aina, sitten suomalaisista tietenkin Amorphis ja Sentenced. Vanhemmista bändeistä voisi mainita Iron Maiden, Metallica ja Guns’n’Roses. Tällä hetkellä itselläni on taas hirveä Type O Negative-kausi.

Jukka: Kuuntelen aika paljon samoja bändejä. Markus vitsaileekin välillä, kun meillä on juhlat bussissa ja minä soittelen musiikkia, niin tulee aina Megadethia tai Alice Cooperia. Nykyään etsin uutta musiikkia paljon netin kautta ja se on hauskaa löytää vähän kaikenlaista, metallia ja muutakin.

FinnTouch: Osaatteko selittää, miksi juuri Suomesta tulee niin paljon metal-bändejä?

Jukka: Tämä on sellainen kysymys, jota kysytään kyllä melkein aina (nauraa).

Markus: Pimeys ja lumi… (nauraa)

Jukka: On vaikeaa sanoa, mikä siinä on. 80-luvun lopusta asti metal-bändejen määrä on pikkuhiljaa noussut ja 90-luvun puolivälin jälkeen se lähti nousemaan oikein kunnolla. Niitä bändejä syntyi niin paljon. Ehkä pitkä ja pimeä talvi ja tekemisen puute ovat ainakin osasyy siihen, että harjoiteltiin sitten vain ahkeraasti kotona. Jotenkin tämä musiikki näyttää sopivan myös suomalaisten yleiseen mielialaan.

”Suomi oli pitään todella huono olutmaa“

FinnTouch: Jos tässä olisivat kalja ja Lonkero, niin minkä valitsette?

Jukka: Kyllä sen kaljan ottaisin.

Markus: Jos on krapula, niin sitten Lonkero… (nauraa)

Jukka: Lonkerossa ei sinänsä ole mitään vikaa. Mutta se on enemmänkin niin, että siitä nauttii sitten sen yhden ja oluita voi ottaa useammankin.

FinnTouch: Mikä on sitten parasta suomalaista olutta?

Markus: Suomihan oli pitkään todella huono olutmaa. Ei saanut melkein mitään muuta kun lager-olutta parilta panimolta. Nyt on tullut pienpanimoita vihdoinkin myös Suomeen, se on parissa vuodessa räjähtänyt. Itse olin viime lauantaina pienpanimomessuilla ja sieltä löytyi valtavasti hyvää olutta. Meidän kaupungin Takatalo & Tompuri-panimon kylmäsavulager voitti viime vuonna Suomen „paras olut“-palkkion. Se on kyllä erittäin hyvää!

Jukka: Laitila tekee kans aivan hyvää lager-olutta. Jos niistä isoimmista on pakko valita, niin Karhu.

FinnTouch: Mikäs on teidän mielestä paras keikkapaikka Suomessa?

Markus: Lutakko Jyväskylässä.

Jukka: Rytmikorjaamo Seinäjoella on minun mielestä hyvä.

Markus: Tavastia Helsingissä.

Jukka: The Circus on kans ihan ookoo. Iso paikka. Kä