Die 10 grössten Finnland-Irrtümer

Finnland-Irrtümer - mit einem Augenzwinkern aufgeklärt

Okay, nicht jeder kann von sich sagen, dass Erdkunde sein Lieblingsfach war. Und auch nicht jeder beschäftigt sich mit den nordischen Ländern so intensiv, wie wir es tun. Aber manchmal wunderst Du Dich sicher auch, welche Finnland-Irrtümer sich hartnäckig halten. “Da ist es doch immer dunkel und kalt” ist wohl der Klassiker.

Finnland, klar! Ach nee, das war ja Schweden…

Aber auch andere Annahmen oder vermeintliche Fakten halten sich wacker. Damit Du bei den nächsten zweifelhaften Rückfragen bestens ausgestattet bist, haben wir Dir – mit einem Augenzwinkern – unsere Top 10 der größten Finnland-Irrtümer zusammengestellt. Viel Spaß!

1. Finnland gefällt mir gut, ich war auch schonmal in Oslo.

Ääääh, ja. Wir verstehen natürlich, dass nicht jeder alle europäischen Hauptstädte im Schlaf herunterbeten kann. Aber zu wissen, dass Oslo in Norwegen liegt und die Hauptstadt von Finnland Helsinki heißt, das gehört schon zu den Basics. Oder? Unser Platz 1 der Finnland-Irrtümer.

Tanja vor dem "My Helsinki"-Schriftzug auf dem Kansallistori

Natürlich ist Helsinki die Hauptstadt Finnlands. Ist doch logo, oder?

2. Finnland? Nee, das ist mir zu dunkel und zu kalt.

Jein, natürlich ist es im Winter im Norden früher dunkel als bei uns und in der Regel auch kälter. Aber was viele unter den Tisch fallen lassen: Im Sommer kann man in Finnland richtig ins Schwitzen kommen und die Sonne geht, wenn überhaupt, erst sehr spät unter! Dieser Klassiker der Finnland-Irrtümer darf in unserer Liste auf keinen Fall fehlen.

3. Finnische Bands in den deutschen Charts? Ich kenne nur Samu…

Das ist ebenfalls eine immer wiederkehrende Annahme unter den Finnland-Irrtümern. Ja, der lustige Frontmann von Sunrise Avenue ist wohl der bekannteste Finne überhaupt bei uns. Aber immer mal wieder sind die Finnen mit ihrer Musik in unseren Charts vertreten. Darude, Bomfunk MC’s, HIM, The Rasmus oder Lordi hat man dann doch schonmal gehört. Aber das muss ich Dir bestimmt nicht sagen.

4. Mit welchem Getränk die Finnen Weltmeister sind? Bestimmt Bier!

Klar, das Olut (dt. Bier) ist ein sehr beliebtes Getränk in unserem Lieblingsland. Aber weltweit an der Spitze sind die Finnen tatsächlich beim Kaffeekonsum. Ein Finne nimmt im Jahr ganze 12 Kilo Kaffee zu sich, das macht ihm bisher keiner nach. In Deutschland sind es 7,3 Kilo. Und das Gute ist: Die “Kaffepaussi” (ja, wirklich!) gehört sogar zur Arbeitszeit, zweimal 15 Minuten pro Tag! Wir finden: Die Überraschung schlechthin unter den 10 größten Finnland-Irrtümern.

Kaffee und Korvapuusti

Einen Kahvi kann man in Finnland an jeder Ecke genießen, am besten in Kombination mit einem Korvapuusti (dt. Zimtschnecke).

5. Ist Finnland eigentlich in der EU? Nee, oder?

Doch! Finnland ist tatsächlich in der EU, und zwar schon seit der zweiten Norderweiterung 1995. Letztes Jahr hatten die Finnen sogar die Ratspräsidentschaft, also den Vorsitz im Ministerrat der EU, die es selbst erst seit 1993 gibt. Mit diesen politischen Fakten kannst Du bei den größten Finnland-Irrtümern bestens kontern!

6. Aber mit dem Euro kann man da noch nicht bezahlen…

Nochmal: doch, und zwar von Anfang an. Finnland ist 1999 der Eurozone beigetreten und war 2002 somit einer der zwölf Staaten, die die neue Währung erstmals eingeführt haben. Ich war zu der Zeit sogar in Helsinki und habe dort zum ersten Mal Euros in den Händen gehalten. Was Du bestimmt auch weißt: In Finnland gibt es schon keine 1- und 2-Cent-Münzen mehr. Preise werden auf- oder abgerundet. Somit sind wir bei den größten Finnland-Irrtümern schon bei Platz 7.

7. Finnland? Nee, ich finde Schweden schöner. Mit den ganzen Holzhäusern und so…

Das kannst Du sicher nicht so stehenlassen. Zwar ist das Land von Pippi Langstrumpf und Inga Lindström für seine kitschigen roten Holzhäuschen und die tolle Natur bekannt. Aber ehrlich gesagt sieht es in Finnland sehr ähnlich aus. Und es gibt sogar noch mehr Seen und Schären als im Nachbarland Schweden. Wir sagen: Das ist ein der Filmbranche geschuldeter unter den größten Finnland-Irrtümern.

Holzhäuser in Finnland

Inga Lindström könnte man genauso gut in Finnland drehen!

8. Dann sind bestimmt auch alle Finnen blond und blauäugig.

Nein. Man könnte fast sagen, dass es “die Finnen” so gar nicht gibt. Wie in vielen anderen Ländern auch, haben sich hier damals Menschen aus verschiedenen Teilen Europas angesiedelt. Jene, die aus den skandinavischen Ländern kamen, sehen oft so aus, ja. Aber die Bevölkerung im Osten hat zum Beispiel ganz andere Charakteristika wie markante Wangenknochen und dunklere Haare. Und ganz im Norden leben, wie in Schweden und Norwegen auch, die Sami. Besonders ist hier das schwarze Haar zusammen mit blauen Augen.

9. In Finnland sieht es doch überall gleich aus.

Zugegeben, in Deutschland gibt es, allein was die Bauweise und Architektur angeht, größere Unterschiede auf dem Weg von Norden nach Süden und Osten nach Westen. Und sicherlich auch in der Natur. Aber Finnland hat auch verschiedene Gesichter: Da ist die zerklüftete Ostseeküste im Westen und Süden, das flache Binnenland, die 1000 klaren Seen und im Norden sogar Berge zum Skifahren. Langweilig klingt anders! Unser Platz 9 unter den größten Finnland-Irrtümern.

Finnischer See im Abendlicht

Finnland hat so viele Facetten wie dieses klare Wasser der Seenplatte.

10. Finnisch ist so eine komische Sprache, da versteht man doch gar nichts!

Okay, da ist was dran. Anders als bei Französisch, Englisch, Italienisch oder Spanisch können wir zum Finnischen wenige Brücken schlagen. Aber immerhin gibt es einige Lehnwörter, die Du gut verstehst: herra – Herr, lamppu – Lampe, mysli – Müsli, tunti – Stunde, pankki – Bank, ranta – Strand sind nur einige Beispiele.

Das waren sie also, die zehn größten Finnland-Irrtümer, die uns immer wieder über den Weg laufen. Dir fallen noch mehr ein? Dann erzähle uns davon im Kommentarfeld weiter unten auf der Seite.

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4 Comments

  1. 1
    • 2

      Hi Timo,

      stimmt, das ist auch ein beliebtes Thema. Wobei, sind wir doch mal ehrlich, komplett leugnen lässt sich das mit dem Vorhandensein der Mücken dann ja auch nicht… 😉 Es ist natürlich je nach Region, Temperaturen, Wetter etc. ganz unterschiedlich und oftmals gar nicht so schlimm, wie viele befürchten!

      LG,
      René

  2. 3

    Wieder ein schöner Beitrag von Euch, ja viele der angesprochenen Irrtümer sind uns schon des öfteren begegnet. Es ist immer recht amüsant zu sehen, wie verblüfft manche sind, wenn man sie aufklärt. Vielen Dank für Eure Arbeit.

    • 4

      Lieber René,

      vielen Dank für die Blumen von mir und Tanja! Wir freuen uns immer sehr, wenn euch die Artikel gefallen/berühren! 🙂

      LG,
      René

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