Wie ein 19-Jähriger zum Nordkap trampte – und nun Deutschlands Kinos erobert

Im Rahmen unseres Blogger-Roundups haben wir Jannis Riebschläger kürzlich bereits ein paar Fragen zu seinen Erfahrungen in Finnland gestellt – persönlich kennenlernen durfte ich den jungen Abenteurer und Outdoor-Blogger jedoch erst kurze Zeit später auf der Reisemesse ITB in Berlin. Im Rahmen seiner großen Kinotour steuerte Jannis ein paar Wochen danach auch unsere Homebase Frankfurt am Main an. Pflichttermin für mich, Caro und Elch Hannu-Pekka!

Noch bis Anfang Juli tourt der mittlerweile 20-Jährige durch die Lichtspielhäuser Deutschlands – und das mit einem selbst gedrehten Film über seinen Roadtrip zum Nordkap, den er gemeinsam mit einem Freund per Anhalter realisierte. So viel (Wage)Mut in einem noch so jungen Alter, das faszinierte mich und ich wollte mehr über diesen Menschen erfahren. Dabei entstand ein spannender Blick hinter die Kulissen eines Selfmade-„Machers“, vor dem ich nur meinen Hut ziehen kann.

Wurzeln in der Digitale Nomaden-Bewegung

Spätestens seit seinem Auftritt auf der DNX (Digitale Nomaden-Konferenz) in Berlin ist Jannis einer der Shooting-Stars einer Bewegung, die das ortsunabhängige Arbeiten und einen neuen, freieren Lifestyle propagiert. In eine Schublade stecken lässt sich der gebürtige Leverkusener dabei eher ungern. „Selbstverständlich habe ich in dieser Szene jede Menge toller Leute kennengelernt und viele Kontakte geknüpft, die mir auf meinem Weg richtig geholfen haben“, sagt er.

Aber es gebe eben auch Aspekte, die er durchaus kritisch sehe. Letztendlich müsse jeder seinen ganz eigenen Weg zum Glücklichsein finden, so Jannis. Eine Aussage, der ich mich auf jeden Fall anschließen kann. Doch wie fand der junge Abenteurer nun eigentlich auf seinen persönlichen Glückspfad?

Über 1000 Downloads innerhalb von drei Tagen

Schon immer war Jannis vom Reisen fasziniert – vielleicht sogar geradezu besessen. So waren die Sommerferien denn auch die schönste Zeit des Jahres für ihn. Und sie konnten nie lang genug sein. Als das Abitur immer näher rückte und ein typischer, fester Job „drohte“, sträubte sich alles in ihm dagegen. Nein, das konnte es einfach nicht sein! Er wollte nicht an einer Arbeitsstelle, die ihn nicht glücklich macht, für Jahrzehnte versauern. Aber was genau sollte er stattdessen machen? Noch waren die Vorstellungen diesbezüglich wenig konkret.

Dennoch gründete er direkt am Tag seiner Volljährigkeit sein eigenes Unternehmen. Schon kurze Zeit später wagte er das erste große Abenteuer – per Anhalter nach Süditalien – über das er auf dem nagelneuen Blog Jannis’ Life berichtete. Nach der Tour veröffentlichte er darüber das eBook „Sud“, das mit mehr als 1000 Downloads an seinen ersten drei Erscheinungstagen direkt einschlug wie eine Bombe. Platz 11 in der Bestseller-Liste von Amazon spricht eine deutliche Sprache. Es folgten schon wenige Monate später ein weiteres eBook und viele spannende Blogartikel.

Jannis vor seinem Tourmobil.

Jannis vor seinem Tourmobil.

Hyperborea – aus einer Idee wird Realität

Doch was hat das Ganze hier eigentlich mit Finnland zu tun? An dieser Stelle kommt Jannis’ aktuelles Filmprojekt wieder ins Spiel. Denn nach dem Abitur 2015 war es Zeit für die bislang größte Herausforderung des Outdoorfreaks. Direkt nach dem Abiball sollte es in den Norden gehen. Und zwar so weit, wie es nur irgendwie möglich geht. Auf zum Nordkap! Selbstverständlich wieder per Anhalter.

Nachdem Jannis gemeinsam mit seinem Freund Polen, Litauen, Lettland und Estland entlang der Via Baltica durchquert hatte, ging es mit der Fähre von Tallinn rüber nach Finnland. Von Helsinki aus über Jyväskylä und Oulu bis hoch nach Lappland – dabei zeigten sich die Finnen laut Jannis’ erstaunlich offen, locker und tramperfreundlich. Doch es soll an dieser Stelle nicht zuviel verraten werden.

Neben jeder Menge persönlicher Eindrücke sollte am Ende auch möglichst viel brauchbares Videomaterial für einen Kinofilm im Gepäck sein. Denn nach dem Schreiben der eBooks war es Jannis’ großer Traum, zumindest einmal im Leben einen eigenen Film auf die große Leinwand zu bringen. Und aus einer Idee wurde tatsächlich Realität. Im Oktober präsentierte der Backpacker in seiner Heimatstadt Leverkusen vor ausverkauftem Haus dem begeisterten Publikum seinen selbst produzierten Streifen. Was hier funktionierte, könnte doch auch anderswo klappen?

40 Kinos in ganz Deutschland sind dabei

Während sich Jannis mal eben „zwischendurch“ in ein Nepal-Abenteuer stürzte, wurden die Planungen für eine komplette Kinotour quer durch die Republik konkretisiert. Ganz unbedarft schrieb der Abenteurer Lichtspielhäuser in ganz Deutschland an. Am Ende erklärten sich tatsächlich ganze 40 Kinos dazu bereit, den Film zu zeigen. Am 21. März 2016 startete die Tour in Düsseldorf. Neben großen Multiplex-Palästen ist der Streifen auch in diversen kleineren Programmkinos zu sehen. Alle Daten findest Du hier.

Am Freitag, dem 1. April war es dann schließlich endlich soweit. Jannis kam zu uns nach Frankfurt! Voller Vorfreude machen wir uns auf den Weg zum CineStar Metropolis in der Innenstadt „Mainhattans“. Schon gleich am Eingang erwartet uns ein großes Plakat, das ankündigt, welcher Film hier heute gezeigt wird. „Hyperborea – per Anhalter zum Nordkap“ – wir sind gespannt. An der Kasse begegnet uns noch Anja, die ich von einem Earthcity-Mastermind-Day kenne. Sie ist extra aus Marburg angereist gekommen, um das Abenteuer-Movie zu sehen.

Auch Hannu-Pekka hatte seinen Spaß im Kino.

Auch Hannu-Pekka hatte seinen Spaß im Kino.

Meine Empfehlung: Unbedingt anschauen!

Als Fazit kann ich nur festhalten: Es ist ein rundum gelungener Abend mit einem wirklich spannenden und kurzweiligen Film, der nicht nur durch wunderschöne Natur- und Landschaftsaufnahmen, sondern auch durch teils dramatische Erlebnisse zu fesseln weiß. Es kam hier definitiv zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Daher meine Empfehlung. Supporte Jannis bei einem seiner nächsten Termine in Deiner Nähe! Es lohnt sich wirklich, ins Kino zu gehen, und dieser sympathische junge Mann hat es verdient, dass die Säle voll sind.

Wie bei fast allen der Termine, ist er auch in Frankfurt mit vor Ort. Wir treffen ihn nach der Vorführung an seinem Stand und plaudern eine Weile in netter Runde. Schließlich ergibt es sich so, dass wir Jannis spontan einladen, bis zu seinem nächsten Tourstopp am Sonntag in Mainz bei uns zu bleiben. Obwohl er in seinem als „Tourbus“ umgebauten Kombi sogar eine ausziehbare Liegefläche integriert hat, ist so ein richtiges Bett beziehungsweise Schlafsofa doch mal eine nette Sache.

Was nach der Kinotour kommt, will ich von Jannis wissen. Tatsächlich hat er bereits einige neue Pläne. So möchte er als nächstes weitere unbekannte Kontinente erkunden, außerdem macht er im Sommer seinen Motorradführerschein. Ob das wohl im Zusammenhang stehen könnte mit einer weiteren spannenden Expedition? Es wird auf jeden Fall nicht langweilig werden in „Jannis’ Life“, soviel steht fest. Bevor wir uns verabschieden, verspreche ich ihm noch, dass wir alles daran setzen werden, beim Tourfinale im Openair-Kino in Köln am 6. Juni mit dabei zu sein. Das wird groß. Kommst Du auch?

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